Beratung zum Windpark in Wesendahl

Für Freitag (17.10.2014) hatte Bianca Heise als Ortsvorsteherin die Bürger des Ortes Wesendahl zu einer Informationsveranstaltung geladen. Thema war auch die weitere Entwicklung des Windparks zwischen Buchholz, Wegendorf und Wesendahl. Viele waren gekommen. Mitglieder der Wählergemeinschaft Aktiv & Offen wollten sich ebenfalls in die zu erwartende Diskussion einbringen.

Auch die Märkische Oderzeitung war anwesend.

Nachfolgend der Beitrag der MOZ vom 20.10.2014 zu diesem Thema:

WB

 

Bürgermeister kündigt Lärmmessung an

Diskussion in Wesendahl zum Bebauungsplanverfahren für Windpark in der Feldflur

Wesendahl (MOZ) Altlandsbergs Stadtverordnete entscheiden am Donnerstag, ob im Änderungsverfahren zum Bebauungsplan ,,Windpark Altlandsberg - in der Feldflur zwischen Buchholz, Wegendorf und Wesendahl" ein erster Entwurf in die Beteiligung von Trägern und Öffentlichkeit geht. In Wesendahl gab es am Freitagabend eine zeitweise aufgeregte Debatte vorab. Wenn Windkraftanlagen in der Nähe einer Ortschaft in der Diskussion sind, geht es in den wenigsten Fällen ausschließlich sachlich und ruhig zu. Auch in Wesendahl waren einige der rund 30 Teilnehmer emotional aufgeladen, wurden sogar Vor-würfe von Bestechlichkeit geäußert. Immerhin gibt es in der Umgebung schon rund ein Dutzend Windräder und Betreiber sind auf dem Sprung, weitere zu errichten. Womöglich zwei, nach unbestätigten Gerüchten sollen sogar Bauanträge für sechs eingereicht worden sein. Weil schon der vorhandene Windpark nach Einschätzung von Wesendahlern die Lärmschutzbestimmungen nicht einhält, Altlandsbergs Bürgermeister Arno Jaeschke aber bislang nicht auf eine 2011 von gut 170 Bürgern aus dem Dorf unterschriebene Forderung nach einem unabhängigen Schallgutachten eingegangen und bis auf eine Veränderungssperre nicht viel passiert sei, hatte Ortsvorsteherin Bianca Heise zu einer ,,Informations- und Diskussionsrunde" vor der Stadtverordnetenversammlung eingeladen. Sie machte deutlich, dass sie mit ihrer Fraktion Aktiv und Offen(A&O) am liebsten eine Vertagung der Entscheidung hätte, um Zeit zu gewinnen, Argumente und Fakten zu sammeln. Jaeschke sieht dies hingegen problematisch. Die potenziellen Anlagenerrichter, von denen einige mit einer ,,Rüge" gegen den ursprünglichen Bebauungsplan den Stein ins Rollen gebracht hatten, warteten nur darauf, dass die Stadteinen Verfahrensfehler begehe.  Dann könnten sie womöglich ohne Regelungen weitere Anlagen bauen, könne ,,Wildwuchs" entstehen, warnte er. Von Untätigkeit wollte er nichts hören. Es seien mehrere Verträge zu den Planungen abgeschlossen und Gutachten beauftragt worden, berichtete er. Man habe noch viel Arbeit, aber wenig Zeit. Denn die Veränderungssperre, die derzeit keinerlei  Bautätigkeit in dem Gebiet erlaubt, könne nur unter bestimmten Bedingungen ein weiteres Mal verlängert werden. Und in der Beteiligung, die am Donnerstagauf den Weg gebracht werden solle, könne auch jeder betroffene Bürger seine Einwände undHinweise vorbringen. Es werde sogar eine Erörterung zu dem Plan in allen drei angrenzenden Ortsteilen geben, stellte Jaeschke in Aussicht. Stadtverordneter Roland Marks (A&O) wies eine rechnerische Überschreitung von Grenzwerten an mancher Stelle enthalten. Da die Beeinträchtigung als nur geringfügig eingestuft werde, seien vermutlich weitere Anlagen im Gebiet möglich. Wie er verdeutlichte, komme man im Verfahren mit Emotion und Gefühl nichtweiter, sondern müsse dem PIaner technische Hinweise geben,  die Änderungen ermöglichten. Wilfried Buschmann aus Wegendorf sagte, in seinem Ortsteil habe es kürzlich eine ähnliche Diskussion gegeben. Er hatte den Unterlagen entnommen, dass es zwei Anlagen gibt, die seinen Ort belasten, und zwei Stellenmit Belastung in Wesendahl. Die ,,Problempunkte" sollten in der Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung deutlich benannt werden, fand er und wollte wissen, was man gegen die Probleme tun könne. Letztlich sei nur die Einhaltung der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm(TA Lärm) für die Bevölkerung interessant, verdeutlichte Prof .Bernhard Jankowski. Nicht zu-letzt deshalb wurden erneut Schalldruckmessungen ,,an exponierter Stelle" gefordert, um bereits den Ist-Zustand zu dokumentieren und etwaige Überschreitungen von Grenzwerten zu belegen. Jaeschke sagte Messungen zu. Über den günstigsten Zeitpunkt will er sich erst mit Experten beraten, zum Beispiel bei einer eigens für die Stadtverordneten anberaumten Beratung im Vorfeld der B-Plan-Entscheidung, die am Mittwoch stattfindet. Bei der Runde sollten die Kommunalpolitiker auch ihre Fachfragen vorbringen, riet er. Die Stadtverordnetenversammlung beginnt Donnerstag um 19 Uhr im Gutshaus, Krummenseestraße 1, mit einem nichtöffentlichen Teil. Öffentlichkeit ist ab etwa 19.30 Uhr zugelassen